Junge Medien - das neue Online-Magazin Coup
Natalina Haller
Coup ist ein neues junges Online-Magazin, das Ende Juli dank einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne lanciert wurde. Publiziert wird einmal monatlich eine ausführliche, sorgfältig recherchierte und relevante Geschichte aus der Schweiz. Die InitiantInnen Joel Bedetti, Anna Miller, Andres Eberhard, Pascal Sigg und Konrad Mazanowski sind alle seit mehreren Jahren aus Überzeugung im Journalismus tätig. In unserem Blog erzählen sie von den Anfängen.
Freibier und Abonnements
Kürzlich feierten wir die Lancierung von Coup, unserem digitalen Gesellschaftsmagazin. Es war ein schönes Fest in der malerischen Kulisse des Gerolds Garten im Zürcher Kreis 5. Dutzende Unterstützer, Freunde und Bekannte schauten vorbei, tranken Bier, assen Häppchen und wünschten uns von Herzen einen guten Start. Im Unterschied zu unseren Geschichten, für die man Mitglied werden muss, gaben wir das Bier an diesem Abend frei raus.
Über 400 Bier tranken unsere Freunde, Unterstützer – und sonstige Besucher des Gerold-Areals, die herausfanden, dass man da gratis saufen konnte. In der Bierkasse lagen am Schluss etwa 450 Franken, zudem wurden 12 Leute Mitglied bei Coup. Rechnerisch machte wir mit der Veranstaltung rückwärts, aber natürlich hoffen wir, dass auch jene Biertrinkern, die nicht Mitglied wurden, Coup in Erinnerung halten und ihren Freunden davon erzählen. Wird die Rechnung aufgehen? Keine Ahnung.
Coup ist ein Himmelfahrtskommando. Anders kann man das Vorhaben, im Jahr 2016 ein Online-Magazin zu starten und dafür Mitgliedergebühren (50 Franken im Jahr, 20 Franken für ein dreimonatiges Probeabo) verlangen, kaum bezeichnen. Aber wir sind Optimisten. Wir finden: Wir müssen bezahltem Journalismus eine Chance geben. Wie sonst soll der Journalismus überleben? Mit Native Advertisement? Mit grossen Sponsoren? Wir wissen es nicht, fänden es aber schöner, wenn er von Lesern finanziert wird.
Was wir wissen: Unbezahlte Schreiber erzählen keine grossen Geschichten. Deshalb bezahlen wir die Autoren unserer Geschichten mit 2000 Franken. Dafür erwarten wir aber auch Einsatz. Wir wollen Magazingeschichten über Themen, die den jungen Bewohnerinnen und Bewohnern der Schweiz unter den Nägel brennen. Wir sind offen für Experimente. Und wir verstehen uns auch als Werkstatt für Nachwuchsjournalisten, die sich bereit fühlen, eine grosse Geschichte anzupacken. Drum: Wenn ihr Ideen habt, meldet euch bei uns!
Joel Bedetti, freier Journalist